Reiner Wild vom Berliner Mieterverein zu Gast bei „Wir müssen mal reden!“

16.06.2021

Die Frage, wie wir Berlin als lebenswerte und bezahlbare Stadt erhalten, ist eine der drängendsten Herausforderungen unserer Zeit. Ein zentraler Aspekt kommt hierbei der Sicherung von bezahlbarem Wohnraum zu. Reiner Wild vom Berliner Mieterverein e.V. kennt sich auf dem Mietmarkt bestens aus. Daher habe ich mich sehr gefreut, ihn als Gast für meine Veranstaltungsreihe „Wir müssen mal reden!“ im Onlineformat gewinnen zu können, um mit ihm über die derzeitige Situation auf dem Wohnungsmarkt zu sprechen.

Seit fast vier Jahrzehnten ist er beim Berliner Mieterverein e.V. tätig. Als größter Mieterverein Europas engagiert sich der Verein für die Anliegen der Mieterinnen und Mieter in unserer schönen Stadt. Ein Großteil der Arbeit macht die Betreuung der im Verein organisierten Mieterinnen und Mietern aus. Daneben setzt sich der Verein auch auf der politischen Ebene für deren Interessen ein.

Durch die Veränderungen auf dem Wohnungsmarkt in den vergangenen Jahrzehnten hat sich auch die Arbeit des Vereins verändert. Vor allem die Entscheidung über den sogenannten Mietendeckel hat sich spürbar auf die tägliche Arbeit des Vereins ausgewirkt. Die Diskussion hierüber hat stark emotionalisiert und dafür gesorgt, dass der Ton der mietenpolitischen Debatte deutlich schärfer geworden ist. Als Konsequenz aus der Entscheidung des Verfassungsgerichtes wünscht sich der Verein, dass auf Bundesebene entsprechende Rahmenbedingungen für die Länder und Kommunen geschaffen werden, um so die Wirkung eines Mietendeckels rechtlich sicher zu verankern. Neben Wohnungsmietern betreut der Verein auch Gewerbemieter. Auch hier besteht nach Ansicht des Vereins Handlungsbedarf, um den derzeit bestehenden kurzen Vertragslaufzeiten und den steigenden Preisen zu begegnen. Beide Anliegen sind auch mir persönlich besonders wichtig, denn auch im Umfeld meines Bürgerbüros am S-Bhf. Botanischer Garten sind Gewerbetreibende von Verdrängung durch steigende Mieten bedroht.

Wir haben auch über die Schaffung von neuem Wohnraum gesprochen. Besonders die entstehenden Verzögerungen bei Neubauprojekten sind häufig Thema. Hier schilderte Herr Wild aus seinen persönlichen Erfahrungen als Beirat eines Großbauprojektes im Norden unserer Stadt, dass die Auswirkungen des Bauprojektes auf die Nachbarn häufig das schwierigste Thema sind. Die Planung der sich verändernden Verkehrsströme brauch häufig viel Zeit.

Über Milieuschutzgebiete, die Frage des Wohnungstausches als Mittel gegen Wohnungsknappheit, die Bedeutung des CO2-Preises für den Wohnungsbau, den Volksentscheid "Deutsche Wohnen enteignen" bis hin zur geplanten Fusion zwischen Vonovia und Deutsche Wohnen kamen in der anschließenden Diskussion zahlreiche aktuelle Themen zur Sprache.

Alles in Allem hatten wir gemeinsam sehr viele interessante Einblicke in die Arbeit des Vereins und den Berliner Wohnungsmarkt. Ich danke Herrn Wild dafür, dass er sich die Zeit genommen hat, um an meiner Veranstaltung teilzunehmen!

Als nächsten Gast werde ich Nils Busch-Petersen vom Einzelhandelsverband Berlin-Brandenburg bei mir begrüßen. Die Veranstaltung findet am 12.7.2021 um 19 Uhr, wieder im Onlineformat, statt. Eine Anmeldung ist bereits jetzt unter info@kuglerspd.de möglich.

Herzliche Grüße,
Ihr Andreas Kugler 

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