Neue Planungsschritte zur Reaktivierung der Potsdamer Stammbahn beschlossen

6.08.2020

Im Zuge des Projektes i2030 widmet sich das Land Berlin gemeinsam mit dem Land Brandenburg, der Deutschen Bahn und dem Verkehrsverbund Berlin Brandenburg (VBB) der Aufgabe die Schieneninfrastruktur der Hauptstadtregion zu verbessern. Im Rahmen des Projektes soll der Bestand der Schienenverbindungen ausgebaut werden. Ein wichtiger Punkt ist hierbei die verkehrliche Anbindung des Umlandes. Denn nicht nur Berlin wächst, sondern auch die umliegenden Gemeinden. Dies führt dazu, dass immer mehr Menschen täglich in die Stadt hinein- aber auch hinauspendeln. So pendelten im vergangen Jahr täglich 311.040 Menschen zwischen Berlin und Brandenburg - ein Plus von 2,3 % zum Vorjahr. Um diese Ströme aufzufangen und den Menschen eine sinnvolle Alternative zum motorisierten Individualverkehr zu bieten, ist es notwendig das bestehende ÖPNV-Angebot bedarfsgerecht auszubauen. Eine Maßnahme im Südwesten der Stadt ist die Reaktivierung der sogenannten Stammbahn. Nachdem die älteste Bahnlinie Preußens so viele Jahre still lag, hat die Diskussion über die Nutzung der Strecke in den vergangenen Jahren an Fahrt aufgenommen. 

Aktuell befindet sich die Planung im Stadium der Grundlagenermittlung. Dies bedeutet, dass für die Potsdamer Stammbahn im Abschnitt zwischen Zehlendorf und Griebnitzsee Vorplanungen gemacht werden. Hierauf hat sich der Lenkungskreis i2030, bestehend aus Vertretern der Länder Berlin und Brandenburg, des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg (VBB) und der Deutschen Bahn, verständigt. Konkret bedeutet dies mögliche Ausbauvarianten zu überprüfen. Grundsätzlich werden hierbei zwei Varianten näher beleuchtet: Zum einen der Betrieb als S-Bahnstrecke und zum anderen die Wiederaufnahme der Strecke als Regionalbahnverbindung. Eine gleichzeitige Nutzung als S-Bahn und Regionalbahnverbindung ist auf Grund der Platzverhältnisse auf der Strecke leider nicht möglich. 

Jetzt werden Umweltbetrachtungen durchgeführt sowie die Trassenführung und der tatsächliche Ausbaubedarf untersucht. Weiterhin soll auch geprüft werden, wie die Strecke an das bestehende Schienennetz angebunden werden könnte. Beispielsweise wird für den Fall einer Nutzung der Potsdamer Stammbahnstrecke als Regionalbahnstrecke untersucht, wie der Nord-Süd-Tunnel die zusätzlich verkehrenden Regionalzüge aufnehmen könnte. Weiterhin wird auch die Option betrachtet, ob der vorhandene Streckenabschnitt zwischen Wannsee und Zehlendorf parallel zu den Bahnlinien der S1 mitgenutzt werden kann. 

Im Ergebnis sollen die Untersuchungen ermöglichen zu entscheiden, ob die Umsetzung des Projektes möglich ist und mit welchen Kosten sie verbunden wäre.  In meinen Augen ist die Reaktivierung der Stammbahn als Bahnstrecke ein notwendiges Mittel, um auf die Mobilitätsbedürfnisse der Menschen in einer wachsenden Stadt zu reagieren.
Hierzu halte ich auch eine Anbindung der Bahnhöfe Zehlendorf und Rathaus Steglitz an den Regionalverkehr für zwingend. Nur durch solche schnellen Verbindungen mit entsprechender Umsteigemöglichkeit wird der Umstieg vom Auto auf den ÖPNV attraktiv.

Herzliche Grüße,
Ihr Andreas Kugler

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